Auftritt der Minigarde in Bad Vilbel bei den „Fidelen Sandhasen“
Wetterauer Zeitung - Artikel vom 02.02.2010 - 18.22 Uhr
Bad Vilbel (cf). »Sandhasen Helau!« schallte es am Samstag fröhlich durch das vollbesetzte Kurhaus. Mit Tanz und Musik, Büttenreden und charmanten Gästen begeisterten »Die Fidelen Sandhasen« auf ihrer seit 1979 etablierten Handwerkersitzung. Über 100 Mitwirkende standen beim großen Finale auf der Bühne und ließen sich vom närrischen Volk feiern.
Zum 55. Vereinsjubiläum haben Elferrat und Fidelios eine CD aufgenommen. Zu hören gibt es den Klassiker von Horst H. Hilling, das zur Melodie vom »Blauen Bock« gedichtete »Hasenstall-Lied«, und das taufrische »Sandhasenlied« von Tanja Tahmassebi-Hack. Fidelios, Handwerkerelferrat und über 200 Gäste sangen bei der Uraufführung das Lied mit. Präsidentin Margot Hilling und Präsident Wolfgang Merk überreichten an die Aktiven als Dankeschön je eine CD oder einen Hausorden. Zuvor hatten die Narren von Elke Pulvers »Prolog« über den Einmarsch des Handwerkerelferrats und diverse Schautänze bis zum großen Finale Frohsinn und gute Laune versprüht. Beim Publikum gleich doppelt punktete Prinz Jonas I. in seiner dritten Amtszeit. Einmal mit Prinzessin Kathrin I. bei der Begrüßung und zum zweiten Mal in der Bütt mit Prinzessin Lauren, die ihn durch die vergangene Kampagne begleitet hatte. Das Duo lästerte als »Geschwisterpaar« über seinen Stress mit großen Schwestern ab.
Elegant verpackte »Der Sandhas« seine Kritik. Kein Wunder, steht Horst H. Hilling doch bereits im 41. Jahr in der Bütt, davon ein Vierteljahrhundert als eben dieser »Sandhas«. Er warf in seinem Protokoll einen kritischen Blick auf die große und kleine Politik in Stadt und Land. Unter anderem brach er eine Lanze für das Kurhaus, das »noch lange nicht zum alten Eisen gehört«. Magistrat und Stadtverordneten tat er des Volkes Meinung mit den Worten kund: »Weil es alt ist, muss man es nur pflegen, ein wenig muss man auch investieren, was unsere Großväter bauten und hegten, wollen wir nicht einfach liquidieren.« Lokalpatriotismus bewies das närrische Langohr auch mit seinem Bekenntnis, »dass unser Bad Vilbel eine schöne Stadt ist«. In ihren Mauern fühle sich nicht nur »viel Prominenz wohl«, sondern auch die Gronauer Störche.
Närrische Zwischenspiele gab Elke Pulver als »Hex’, die den Hänsel sucht«. So trieb sie mit ihrer Bestellung in einem Schnellimbiss ihren Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung fast in den Wahnsinn. So nahm die »Vilbelerin« nur ungern einen »Hamburger«, auch fritierte Kartoffeln in Streifen und andere Spezialitäten der Speisekarte fanden bei ihr wenig Anklang.
»Sandhasen«-Vorsitzende Margot Hilling feierte ihr 25. Jahr als Präsidentin auf der Kurhausbühne. Dafür gab es von Sitzungspräsident Merk, der sich als »Krakeler« in der Bütt bewährte, neben Küsschen auch ein großes Blumengebinde. Ihrem Humor freien Lauf ließ die Geehrte in ihrem Vortrag »Singledasein«. Als »Vollblutweib Lisbeth Möchtegern« pries sie sich als »schönsten Zeitvertreib« an. Das Publikum ließ sie ungeniert an den Erlebnissen ihrer Dates mit Sado-Maso-Typen, betrunkenen Herzchirurgen oder rasanten Sportwagenfahrern teilhaben.
Zu einem regelrechten Dialog wurde der Vortrag von zwei »alten Jungfern«: Ina Momberger-Ascher und Ria Leistikow hielten im Saal Ausschau nach dem Mann, »der am besten küssen kann«. Martina Steinbrenner berichtete, wie sie ihren Haushalt und ihre Männer sauber hält.
Zur schwungvollen Musik der Sitzungskapelle »J & J« zeigten mehrere Garden und Schautanzgruppen ihr Können. Das Gardecorps marschierte durch den Saal auf die Bühne und zeigte sein tänzeriches Können mit der fantasievollen Geschichte »Hinter dem Regenbogen«. Die Purzelgarde zeigte den Schautanz »Mickey und seine Minni Mäuse«. Die elf- bis 16-jährigen »Stoppelhoppser« tanzten zu »Hollywood« und »Snobs meet Rocker« ab.
Die Tänzerinnen der Minigarde des VFCG Friedberg hatten in ihren Reihen sogar einen Tänzer, der mit ihnen um die Wette die Beine hob.
Ihre Premiere als Garde in handgenähten rot-weißen Uniformen legte die sieben- bis elfjährigen »Bunnys« hin. In Wilde verwandelten sich die »Big-Bobbes-Mama-Wackler« bei »Afrika«, um dann mit allen anderen ausgelassen das große Finale zu feiern.